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Das richtige Peeling für Ihre Haut

Sanft im Gesicht, kräftiger am Körper: Ein Peeling lässt Sie wieder strahlen, egal ob durch Rubbeln oder Chemie. Tipps zur abrasiven Hautpflege
von Margit Hiebl, 30.11.2017

Am Körper darf das Peeling robuster sein. Meersalz ist dabei eine natürliche Zutat

Your Photo Today / Axel Leschinski

Die Haut erneuert sich ständig und stößt dabei tote Zellen ab. Diese bleiben dann meist wie ein Grauschleier auf der Oberfläche liegen. Peelings unterstützen die Haut, indem sie diese Horn­schüppchen ablösen. Mehr noch, sie ver­­­hin­dern verstärkte Verhornung und beugen Unreinheiten vor. "Die Haut kann Pflegewirkstoffe wieder besser aufnehmen und besser Feuchtigkeit speichern", erklärt der Münchner Dermatologe Dr. Timm Golüke. 

Was peelt denn da? Viele Produkte funktionieren noch mit Mikrokügelchen aus Polyethlyen. Diese Rubbelkur schadet zwar nicht der Haut, wohl aber Umwelt und Tieren, da die Kügelchen über das Abwasser in den Kreislauf geraten. Daher fordern Umweltorganisationen ein generelles Verbot dieser Partikel.

Kunden möchten umweltschonende Produkte

Beim Verbraucher ist dieses Wissen schon angekommen, berichtet Yvonne Wittenberg, PTA in der St.-Emmeram-Apotheke in ­Kirchheim. Viele Kunden fragen gezielt nach Inhaltsstoffen und möchten auf die Plastikkügelchen verzichten. Inzwischen reagieren auch die Hersteller und setzen nach und nach auf natürliche Alternativen.

Und diese haben klare Pflegevorteile: Kügelchen aus Jojoba-Wachs etwa verschmelzen beim Verteilen mit dem Lipidfilm der Haut und stärken ihn. Heilerde spendet entzündungshemmende Mineralstoffe. Zucker und Salz schützen vor Austrocknung. Wer es pur will, dem empfiehlt Yvonne Wittenberg: Kokos- oder Jojobaöl mit feinem Birkenzucker oder Chiasamen zu einem Brei zu ver­mischen; für empfindliche Haut eignen sich Haferflocken. Je nach Vorliebe abends noch einen Tropfen beruhigendes Lavendel­öl, morgens anregendes Orangenöl dazugeben.  

Chemische Peelings

Zu den Klassikern zählen hier die Fruchtsäuren (AHA). Dazu gehören etwa Glykolsäure (aus Zucker) und die etwas mildere Milchsäure. Sie lösen die abgestorbenen Hautzellen durch chemische Reaktion. Handelsübliche Produkte werden in der Regel gut vertragen – doch sie enthalten Säuren, und die können reizen. Sich also im Zweifelsfall lieber in der Apotheke beraten lassen.

Bei Pigmentstörungen oder Akne­narben können Fruchtsäure-Peelings deutliche Verbesserungen bewirken. Die Behandlung gehört jedoch in die Hand eines Arztes. Er verordnet zunächst niedrig ­dosierte fruchtsäure- und retinolhaltige Cremes, mit denen man die Haut zu Hause zwei Wochen lang schrittweise daran gewöhnt. Der Anteil beim ersten Peeling in der Praxis liegt dann bei etwa 15 Prozent – und kann auf bis zu 70 Prozent erhöht werden. "Einwirkzeit und Konzentration werden hauttypgerecht gesteuert und sukzessive gesteigert", erklärt Golüke. "Durch das kontrollierte Abtragen wird die Haut zur Regeneration und Kollagenbildung angeregt." Etwa fünf Sitzungen werden empfohlen.

Peeling nach Plan

Jedes Kosmetikprodukt sollte zum Hautzustand passen. Für ein Peeling gilt das ganz besonders. PTA Yvonne Wittenberg empfiehlt bei trockener Haut cremige, bei fettiger Haut solche Produkte mit eher geliger Konsistenz. Bei empfindlicher Haut sollte man sich vorsichtig herantasten.

Wer ein neues ­­Präparat ausprobiert, sollte das nicht gleich im ganzen Gesicht tun. Eine Möglichkeit besteht darin, mit der Stirn oder der Nase zu beginnen. "Partien mit Coupe­rose oder geplatzten Äderchen immer aussparen, um das Erscheinungsbild nicht zu verschlimmern", rät Hautarzt Golüke. Ein Peelingverbot gelte bei Entzündungen, Pickeln und Rosazea, die häufig mit Akne verwechselt werde.

Wie oft soll man peelen?

"Ein sanftes Peeling kann man öfter machen, ein stärkeres vielleicht nur einmal die Woche – bei Tendenz zu Verhornung häufiger", sagt Golüke. Sein Tipp: "Gehen Sie immer mit gesundem Menschenverstand ran. Eine empfindliche Haut wird durch Peelings nicht unempfindlicher."

Im Zweifelsfall sollte man sich beim Hautarzt oder in der Apotheke beraten lassen. Anschließend braucht die Haut feuchtigkeitsspendende oder beruhigende Substanzen. Nach stärkeren Peelings oder wenn man sich danach der Sonne aussetzt, bitte auf den Lichtschutz­filter achten. Die Haut wird es Ihnen danken.

Kräftige Abreibung

Ein Peeling für Bauch, Beine, Po darf etwas robuster sein. Hier kommen etwa Traubenkerne, Meersalz oder auch gemahlene Nussschalen zum Einsatz. Zu den Klassikern gehört die Abreibung mit Bürsten oder Handschuhen. Besonders beliebt ist das Kneipp’sche Trockenbürsten, das als "Dry-Brushing" neu entdeckt wird. Dazu braucht man eine Sisal- Körperbürste und etwa 20 Minuten Zeit.

Weil das Ganze nicht nur die Haut, sondern auch den Kreislauf in Schwung bringt, gilt: möglichst weit weg vom Herzen anfangen, etwa am rechten Fuß – dann zum Herzen in sanften Kreisen hinarbeiten. Bei ­hohem Blutdruck kann es besser sein, nur einzelne Körperteile zu bürsten. Das gilt auch für den Luffaschwamm oder -handschuh. Dieser fühlt sich kratzig an und kann trocken sogar Hornhaut beseitigen. Nass angewendet, wird er jedoch ganz sanft.

Bodypeelings eignen sich auch bei Keratosis pilaris, der sogenannten Reibeisenhaut, die meist an den Oberarmen auftritt. "Viele denken, es handelt sich um ­Pickel. Tatsächlich ist es aber eine genetisch bedingte, verstärkte Verhornung um die Haarpfropfen", erklärt Hautarzt Golüke.

Gut zu Fuß

Bei den Füßen schwören viele auf den guten alten Bimsstein. Besonders gut lässt sich die Hornhaut damit nach einem Fußbad entfernen. Hautfeilen können bei Gesunden an den Füßen angewendet werden – aber nur auf trockener Haut. PTA Yvonne Wittenberg warnt: "Nie zu viel abnehmen, sonst bildet sich die Hornhaut umso stärker."



Bildnachweis: Your Photo Today / Axel Leschinski

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