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Bauchdrücken: Weg mit dem Völlegefühl

Nach dem üppigen Essen rumort es im Bauch? Wie sich die Beschwerden mit einfachen Mitteln lindern lassen
von Christian Krumm, 27.11.2017

Verdauungsspaziergang: Eine Runde um den Block lindert oft das Völlegefühl

Getty Images/Westend 61

Die Augen waren wieder mal größer als der Appetit. Wer kann sich schon zurückhalten, wenn es richtig gut schmeckt? Doch jetzt rächt sich die Völlerei. Der Bauch drückt.

"Viele Menschen klagen nach üppigen Mahlzeiten zusätzlich über Blähungen oder Sod­brennen", erzählt die Apothekerin Franziska Utzinger aus dem bayerischen Nersingen. Häufig lassen sich die Beschwerden aber mit ein­fachen Maßnahmen lindern oder sogar ver­meiden.

W&B/Jörg Neisel

Zu viel gegessen

Üppige Mahlzeiten, besonders wenn sie sehr fett oder süß sind, bereiten vielen Menschen Probleme. Blähende Nahrungsmittel wie beispielsweise manche Kohlsorten können durch verstärkte Gasbildung ein unangenehmes Völlegefühl erzeugen.

Daher gilt: Besser kleinere Portionen sowie fett­ärmere Speisen bevorzugen und auf blähende Nahrungsmittel möglichst verzichten. Essen Sie auch nicht zu spät abends. Hilfreich ist in jedem Fall Bewegung: "Ein Spaziergang nach einer reichhaltigen Mahlzeit fördert die Bewegung von Magen und Darm und bringt so oft schnelle Abhilfe", rät Apothekerin Utzinger. Notfalls können auch mal leichte Bauchmassagen die Beschwerden lindern.

W&B/Jörg Neisel

Gestörte Darmflora

Bakterien im Darm unterstützen die Aufspaltung der Nahrung. Es gibt Hinweise, dass auch die Zusammensetzung der Darmflora eine Rolle spielt – ist sie im Ungleichgewicht, könnte das Symptome wie schmerzhafte Blähungen, Verstopfung oder Durchfälle fördern. Wer sich ausgewogen mit viel Gemüse und Vollkornprodukten ernährt, kann die Darmflora verbessern. Begleitend helfen probiotische Arzneimittel aus der Apotheke.

W&B/Jörg Neisel

Was es verschlimmert

Stress oder Depressionen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen oder verstärken. "Stress verleitet oft dazu, falsch zu essen", sagt die Apothekerin. Wer unter Stress steht, neigt dazu, lange gar nichts und dann plötzlich zu viel zu essen. Das überfordert den Magen. Oder die Mahlzeit wird hektisch hinuntergeschlungen – und damit auch jede Menge Luft, was zu einem Völlegefühl führen kann. Umso wichtiger ist es, sich fürs Essen Zeit zu nehmen. Langsam und genussvoll essen und die Nahrung gut kauen – das unterstützt die Verdauung zusätzlich. Sprechen Sie gerade bei länger anhaltendem Stress oder depressiven Verstimmungen unbedingt mit dem Arzt.

W&B/Jörg Neisel

Was gar nicht hilft

Alkohol und Nikotin verstärken ein Völlegefühl eher. Verzichten Sie deshalb besser auf den Verdauungsschnaps, weil Alkohol die Magenentleerung bremst und damit die Beschwerden verstärkt. Besonders tückisch: Hefeweizenbiere wirken zusätzlich blähend. Und auch die Zigarette danach ist nicht besser: "Nikotin kann schmerzhaftes Sodbrennen fördern", bestätigt Dr. Tobias Böttler, Gastroenterologe an der Universitätsklinik Freiburg.

W&B/Jörg Neisel

Zeit für den Arztbesuch

Wer häufig unter Beschwerden leidet, sollte den Arztbesuch nicht hinauszögern. Dasselbe gilt, wenn die Beschwerden ungewöhnlich heftig sind oder noch weitere Symptome auftauchen. "Schmerzen und entfärbter Stuhlgang weisen zum Beispiel auf eine Gallenabflussstörung hin", so Böttler. Der Arzt kann klären, ob eine Erkrankung vorliegt, die gezielt behandelt werden muss.

W&B/Jörg Neisel

Wann ist es ein Notfall?

Unbedingt zum Arzt, wenn gleichzeitig Warnsymptome wie Fieber, blutige oder schleimige Durchfälle, ungewollte Gewichtsabnahme oder Erbrechen bestehen oder wenn die Symptome ungewöhnlich häufig auftreten. "Auch wenn das Völlegefühl von starken Schmerzen begleitet wird oder die Bauchdecke sichtbar aufgebläht ist, muss sofort der Arzt aufgesucht werden", warnt Franziska Utzinger.

W&B/Jörg Neisel

Vorbeugen mit Kräutern

Bitterstoffe, wie sie beispielsweise in Enzianwurzel, Schleifenblume oder Tausendgüldenkraut enthalten sind, regen die Produktion von Magensaft an und bereiten den Verdauungstrakt schon auf die Mahlzeit vor. Entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke. Wer sein Essen selbst zubereitet, kann oft bereits durch die Wahl geeigneter Gewürze dem Völlegefühl vorbeugen.

Bei gestörter Fettverdauung regen Extrakte aus Gelbwurz oder Artischocke den Gallefluss an. Wer zu Gallensteinen neigt, sollte auf solche Präparate aber besser verzichten.

W&B/Jörg Neisel

Hilfe gegen Krämpfe

Entblähende Pflanzenpräparate, etwa mit Anis, Fenchel, Kümmel oder auch Pfefferminze, wirken entspannend und krampflösend. Es gibt sie als Arzneitees oder in Form von Tropfen und Tabletten. Gegen stärkere Krämpfe hilft auch der Wirkstoff Butylscopolamin. Blähungen lindern Entschäumer wie Dimeticon oder Simeticon. Sinnvoll sind auch spezielle Enzympräparate, die die Funktion der Bauchspeicheldrüse unterstützen.



Bildnachweis: Getty Images/Westend 61, W&B/Jörg Neisel

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